Das Impferium schlägt zurück

Die Ethik des Impfens

Wie könnte man philosophisch über die Impfung nachdenken?

Die Impfung ist eine Technologie, mit der das menschliche Leben verbessert werden soll. Sie ist daher eine Biotechnologie. Aber Technologien sind nicht neutral, sondern verändern durch ihre bloße Existenz, mehr aber noch durch ihre Anwendung, unser Leben: die Art und Weise, wie wir uns als Menschen sehen und wie die Gesellschaft auf sich selbst blickt, ihre Wertehierarchien bezüglich Freiheit, Selbstbestimmung, Sicherheit und Solidarität, ihre Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, Machbarkeit und Grenzen - sowie die Macht, die wir dem Staat über unsere Leben zusprechen - seine Biomacht im engeren Sinne.

Biotechnologien verändern die Weise, wie wir regiert werden - durch ihre Möglichkeit, uns zu verwalten, durch ihre vorgetäuschte Neutralität, durch due Macht ihrer „Sachgesetzlichkeit“, durch ihre massenhafte Anwendung, durch ihre (Un-)Sichtbarkeit, durch ihre vermeintliche Harmlosigkeit und durch das, was sie an alternativen Möglichkeiten verdrängen.

Da eine Biotechnologie immer auch eine Technik der Biopolitik ist, kommt es für eine Gesellschaft darauf an, wie die Individuen zu ihr stehen: ob ablehnend, neutral oder zustimmend. Diese Haltung aber muss modelliert werden. Das geschieht durch die Biomoral, die sich des Themas auf eine Weise annimmt, die dem Menschen keinen Ausweg und keine Wahl mehr zu lassen scheint.

Um die Menschen zuzurichten für die schöne neue Welt der Dauerimpfung als biologisches „Update“ und neue Normalität muss die Bioethik ihnen die vermeintlich faktische Alternativlosigkeit als eine normative verkaufen, ihren Konsum als moralisch geboten anpreisen und das Bestehen auf Entscheidungsfreiheit und körperliche Autonomie als unsolidarisch verwerfen.